5.1
Pharmakodynamische Eigenschaften
Chlortetracyclin (CTC) ist ein bakteriostatisches Antibiotikum und gehört zur Familie der
Tetracycline. Durch eine reversible Bindung an die Ribosomen wird die bakterielle Proteinsynthese
gestört. Die Wirkung richtet sich in vitro gegen eine Vielzahl aerober und anaerober Gram positiver
und Gram negativer Bakterien sowie Mykoplasmen, Chlamydien und Rickettsien. Bei Streptokokken,
Mykobakterien, Enterobacter, Klebsiellen, Bacteroides, Proteus vulgaris, Pseudomonaden, Serratien,
Salmonellen, E. coli, Pasteurellen und einigen Mykoplasmen sind Resistenzen gegenüber Tetracyclin
bekannt und z.T. weit verbreitet. Gemäss Literaturangaben wurden in Frankreich gegenüber CTC
folgende Resistenzraten gefunden: Salmonella spp. beim Rind zwischen 16% und 42% und beim
Schwein zwischen 68% und 78%, gewisse E.coli-Stämme beim Schwein bis zu 96% und beim Kalb
bis zu 99%.
Spiramycin ist ein bakteriostatisches Antibiotikum und gehört zur Familie der Makrolide. Durch die
Bindung an Ribosomen wird die bakterielle Proteinsynthese gestört. Spiramycin ist wirksam gegen
aerobe und anaerobe grampositive wie auch gegen einige gramnegative Bakterien (Pasteurellen und
Haemophilus spp.). Sein Wirkungsspektrum umfasst auch Mykoplasmen, Chlamydien und
Rickettsien. Bei Campylobacter spp. wurden in Europa abhängig von der Region hohe Resistenzraten
gefunden. Kreuzresistenzen innerhalb der Makrolide (z.B. zwischen Tylosin, Erythromycin und
Spiramycin), aber auch zu Lincosamiden und Streptograminen der Gruppe B sind bekannt. Es ist kein
Antagonismus zwischen den beiden Substanzen bekannt. Das Wirkungsspektrum der Kombination
von Chlortetracyclin und Spiramycin ist breit. Die aktuelle Resistenzsituation für die vorliegende
Wirkstoffkombination ist nicht bekannt.
5.2
Angaben zur Pharmakokinetik
Chlortetracyclin (CTC) wird primär im Dünndarm absorbiert und diffundiert in die meisten Gewebe
und Körperflüssigkeiten mit Ausnahme der Zerebrospinalflüssigkeit. CTC gelangt via Plazenta in die
Föten und wird auch mit der Muttermilch ausgeschieden.
Die pharmakokinetischen Parameter von CTC sind stark von der Fütterung abhängig. Nach
Verabreichung von 40 mg CTC/kg KGW via Magensonde an nüchterne Schweine wurde eine Cmax
von 2.4 μg/ml erreicht. Bei zuvor gefütterten Schweinen hingegen wurde lediglich eine Cmax von 0.8
μg/ml erreicht. Diese maximalen Konzentrationen wurden nach 3.7 und 3.2 Stunden erreicht. Die
Bioverfügbarkeit von CTC liegt beim Schwein je nach Fütterung zwischen 5% und 30%.
Die Halbwertszeit beim Schwein liegt in der Grössenordnung von 4 Stunden. CTC ist gut lipidlöslich
und verfügt über eine relativ gute Gewebepenetration.
Nach intraruminaler Gabe von 22 mg CTC/kg KGW bei nur mit Milch gefütterten Kälbern wurde nach
15.7 Stunden eine Cmax von 1.9 μg/ml erreicht. Die Bioverfügbarkeit beim Kalb liegt bei
intraruminaler Gabe bei ca. 24%.
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