Fachinformation

DE EN
Fachinformation Tierarzneimittel  
1.  
Glucamagnesium ad us. vet., Infusionslösung für Rinder.  
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG  
BEZEICHNUNG DES TIERARZNEIMITTELS  
1 ml enthält:  
Wirkstoffe:  
Calcium (als Calciumgluconat)  
14.9 mg  
Magnesium (als Magnesiumchlorid Hexahydrat) 10 mg  
Glucose-Monohydrat  
Sonstige Bestandteile:  
Borsäure  
110 mg  
32 mg  
Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile finden Sie unter Abschnitt 6.1.  
3. DARREICHUNGSFORM  
Leicht gelb-bräunliche Infusionslösung.  
4.  
KLINISCHE ANGABEN  
Zieltierart(en)  
4.1  
Rinder.  
4.2  
Anwendungsgebiete unter Angabe der Zieltierart(en)  
Zur Behandlung von Magnesium- und Calciummangel bei Rindern.  
4.3 Gegenanzeigen  
Nicht anwenden bei Hypercalcämie, Hypermagnesämie, Kalzinose, chronischer Niereninsuffizienz,  
oder Azidose.  
Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen oder einem der  
sonstigen Bestandteile.  
4.4  
4.5  
Besondere Warnhinweise für jede Zieltierart  
Besondere Warnhinweise für die Anwendung  
Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Anwendung bei Tieren  
Die intravenöse Verabreichung muss langsam erfolgen. Während der Infusion sind Atmung,  
Herzfrequenz und Kreislauf kontinuierlich zu kontrollieren. Beim Auftreten von Symptomen einer  
Überdosierung (insbesondere Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall, Unruhe) ist die Infusion sofort  
abzubrechen.  
1 / 4  
Fachinformation Tierarzneimittel  
Besondere Vorsichtsmassnahmen für den Anwender  
Nicht zutreffend.  
4.6  
Nebenwirkungen (Häufigkeit und Schwere)  
Auch bei therapeutischer Dosierung kann es durch den Calciumgehalt zu einer transienten  
Hypercalcämie kommen, die sich wie folgt zeigt:  
- initiale Bradykardie  
- Unruhe, Muskelzittern, Salivation  
- Erhöhung der Atemfrequenz  
Ein Anstieg der Herzfrequenz nach einer initialen Bradykardie ist als Zeichen für eine beginnende  
Überdosierung zu werten. In diesem Fall ist die Infusion abzubrechen.  
Verzögerte Nebenwirkungen können in Form von Störungen des Allgemeinbefindens und mit  
Symptomen einer Hypercalcämie auch noch 6-10 Stunden nach der Infusion auftreten und dürfen  
nicht als Rezidiv der Hypocalcämie fehldiagnostiziert werden.  
Siehe auch unter „Überdosierung".  
4.7  
Anwendung während der Trächtigkeit, Laktation oder der Legeperiode  
Kann in der Laktation angewandt werden.  
4.8  
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen  
Durch Calcium werden die kardialen Wirkungen von β-Adrenergika und Methylxanthinen verstärkt.  
Glukokortikoide erhöhen durch Vitamin D Antagonismus die renale Ausscheidung von Calcium.  
4.9  
Dosierung und Art der Anwendung  
Den Korken mittels Einstechdorn des Infusionsbestecks durchbohren. 500 mL langsam intravenös  
infundieren; in schweren Fällen Wiederholung. Eine Nachbehandlung darf frühestens nach 6 Stunden  
vorgenommen werden.  
4.10  
Überdosierung (Symptome, Notfallmassnahmen, Gegenmittel), falls erforderlich  
Bei zu schneller intravenöser Infusion oder Überdosierung kann es zu einer Hypercalcämie und/oder  
Hypermagnesämie mit kardiotoxischen Erscheinungen wie initiale Bradykardie mit nachfolgender  
Tachykardie, Herzrhythmusstörungen und in schweren Fällen ventrikulärem Herzflimmern mit  
Herzstillstand kommen. Als weitere hypercalcämische Symptome sind zu beachten: motorische  
Schwäche, Muskelzittern, gesteigerte Erregbarkeit, Unruhe, Schweißausbrüche, Polyurie,  
Blutdruckabfall, Depression sowie Koma. Symptome einer Hypercalcämie können auch noch 6-10  
Stunden nach der Infusion auftreten und dürfen aufgrund der Ähnlichkeit der Symptome nicht als  
Rezidiv der Hypocalcämie fehldiagnostiziert werden. Beim Auftreten von Symptomen einer  
Überdosierung ist die Behandlung sofort abzubrechen.  
2 / 4  
Fachinformation Tierarzneimittel  
4.11  
Keine.  
5.  
Wartezeit(en)  
PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN  
Pharmakotherapeutische Gruppe: Kalzium, Kombinationen mit Vitamin D und/oder anderen  
Wirkstoffen.  
ATCvet-Code: QA12AX  
Hypomagnesämien treten beim Rind vornehmlich in gewissen Weidephasen (Weidetetanie) und  
zudem als puerperale Hypomagnesämie im Anschluss an die Geburt auf (Stoffwechselbedingtes  
Festliegen). In beiden Fällen liegt oft gleichzeitig eine Hypocalcämie vor, weshalb die kombinierte  
Applikation von Magnesium und Calcium vorzuziehen ist.  
5.1  
Pharmakodynamische Eigenschaften  
Keine Angaben.  
5.2  
Angaben zur Pharmakokinetik  
Keine Angaben.  
5.3  
Umweltverträglichkeit  
Keine Angaben.  
6.  
PHARMAZEUTISCHE ANGABEN  
Verzeichnis der sonstigen Bestandteile  
6.1  
Borsäure  
Wasser für Injektionszwecke  
6.2  
Wesentliche Inkompatibilitäten  
Keine bekannt.  
6.3  
Dauer der Haltbarkeit  
Inhalt angebrochener Flaschen verwerfen.  
Haltbarkeit des Tierarzneimittels im unversehrten Behältnis: 24 Monate.  
6.4  
Besondere Lagerungshinweise  
Bei Raumtemperatur lagern (15°C 25°C).  
Vor Kinderhänden geschützt aufbewahren.  
6.5  
Art und Beschaffenheit des Behältnisses  
500 ml-Vierkant-Infusionsflaschen aus Polypropylen.  
3 / 4  
Fachinformation Tierarzneimittel  
6.6  
Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Entsorgung nicht verwendeter  
Tierarzneimittel oder bei der Anwendung entstehender Abfälle  
Nicht verwendete Tierarzneimittel oder davon stammende Abfallmaterialien sind entsprechend den  
geltenden Vorschriften zu entsorgen.  
7.  
ZULASSUNGSINHABER  
Biokema SA  
Chemin de la Chatanérie 2  
1023 Crissier  
8.  
ZULASSUNGSNUMMER(N)  
Swissmedic 38691 015 500 ml-Flasche  
Abgabekategorie B: Abgabe auf tierärztliche Verschreibung  
9.  
DATUM DER ERTEILUNG DER ERSTZULASSUNG / ERNEUERUNG DER ZULASSUNG  
Datum der Erstzulassung: 03.07.1975  
Datum der letzten Erneuerung: 27.03.2019  
10.  
STAND DER INFORMATION  
13.10.2023  
VERBOT DES VERKAUFS, DER ABGABE UND / ODER DER ANWENDUNG  
Nicht zutreffend.  
4 / 4