Fachinformation Tierarzneimittel
4.10
Überdosierung (Symptome, Notfallmassnahmen, Gegenmittel), falls
erforderlich
Nach Anwendung auf einem begrenzten und unverletzten Hautbereich besteht keine Gefahr der
Intoxikation. Nach grossflächiger Anwendung sind jedoch insbesondere bei Neugeborenen,
Jungtieren in den ersten Lebenswochen sowie Katzen systemische Vergiftungen möglich. Eine
akute Salicylsäure-Vergiftung ist gekennzeichnet durch Ataxie, Erbrechen, Motilitätsstörungen,
Nierenschäden und Atemlähmung.
4.11
Wartezeit(en)
Rind, Pferd und Schaf
Essbare Gewebe: 1 Tag
Milch: 1 Tag
5.
PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
Pharmakotherapeutische Gruppe: Dermatologika, Emollientien
ATCvet-Code: QD02AF
5.1
Pharmakodynamische Eigenschaften
Salicylsäure wirkt nach lokaler Anwendung auf der Haut in Konzentrationen bis etwa 2 %
keratoplastisch, in höheren Konzentrationen keratolytisch. Der Wirkungsmechanismus beruht
hauptsächlich auf der Spaltung von Disulfid- und Wasserstoffbrücken des Keratins. Die
Keratinozytenproliferation bleibt unbeeinflusst. Zusätzlich entfaltet die Substanz antiseptische,
juckreizlindernde und entzündungshemmende Wirkungsqualitäten. In Konzentrationen über
60% wirkt Salicylsäure gewebeschädigend und ätzend.
Methylsalicylat wirkt nach lokaler Anwendung auf der Haut reizend und hyperämisierend.
Innerhalb weniger Minuten bildet sich ein Erythem aus. Am Ort der Applikation treten ein
gesteigerter Gehalt an Sauerstoff im venösen Blut und eine Hemmung der
Blutplättchenaggregation, die im Zusammenhang mit der Hemmung der
Prostaglandinsynthethase steht, in Erscheinung.
5.2
Angaben zur Pharmakokinetik
Nach Anwendung von Salicylsäure auf der intakten Haut ist mit einer Resorptionsrate von
15 - 20 % der applizierten Menge zu rechnen. Die Resorptionsrate steigt mit zunehmendem
Wassergehalt der verwendeten Formulierung. Methylsalicylat wird überwiegend bereits in der
Haut durch Esterasen gespalten. Spezielle Untersuchungen zur dermalen Resorption bei den
Zieltierarten liegen weder für Salicylsäure noch für Methylsalicylat vor.
Im Organismus wird Salicylsäure rasch und vollständig verteilt und gelangt auch in den fetalen
Blutkreislauf. Die Metabolisierung findet vorwiegend in der Leber statt. Die Ausscheidung erfolgt
in erster Linie renal in freier Form und gebunden an Glyzin und Glucuronsäure.
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