4.10
Überdosierung (Symptome, Notfallmassnahmen, Gegenmittel), falls erforderlich
Bis zum 5-fachen der empfohlenen Dosierung und bei einer häufiger als empfohlenen, dreimal
täglichen Gabe, wurden keine messbaren Anzeichen einer lokalen oder allgemeinen klinischen
Unverträglichkeit beobachtet.
4.11
Wartezeit(en)
Essbare Gewebe: Keine.
Milch: Keine.
5.
PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
Pharmakotherapeutische Gruppe: Gonadotropin-Releasing Hormone
ATCvet-Code: QH01CA01
5.1
Pharmakodynamische Eigenschaften
Gonadorelin (als Diacetat) ist ein synthetisches Hormon, das physiologisch und chemisch identisch
mit dem natürlichen Gonadotropin Releasing Hormone GnRH ist, welches bei Säugetierarten
synthetisiert wird.
Gonadorelin stimuliert die Synthese und Freisetzung der hypophysären Gonadotropine
Luteinisierungshormon (LH) und Follikel-stimulierendes Hormon (FSH). Seine Wirkung wird durch
einen spezifischen Plasma-Membran-Rezeptor vermittelt. Eine Besetzung von nur 20% der GnRH-
Rezeptoren bewirkt 80% der maximalen biologischen Antwort. Die Bindung von GnRH an seine
Rezeptoren aktiviert die Proteinkinase C (PKC) - und ebenso die Mitogenaktivierte Proteinkinasen
(MAPK)-Kaskade, die eine wichtige Verbindung für die Signalübermittlung von der Zelloberfläche zum
Zellkern darstellt und die Synthese der gonadotropinen Hormone erlaubt.
Bei wiederholt umrindernden Tieren ist einer der Hauptbefunde der verzögerte und geringere
präovulatorische LH-Anstieg, der zu einer verzögerten Ovulation führt. Die Injektion von GnRH
während des Östrus erhöht den spontanen LH-Peak und beugt einer verzögerten Ovulation bei
wiederholt umrindernden Tieren vor.
5.2
Angaben zur Pharmakokinetik
Resorption
Nach intramuskulärer Verabreichung von 100 μg Gonadorelin (als Diacetat) an das Tier wird GnRH
schnell resorbiert. Die maximale Konzentration (Cmax) von 120,0 +/- 34,2 ng/Liter wird nach 15 min
(Tmax) erreicht. Die GnRH-Konzentration im Plasma sinkt schnell ab.
Die absolute Bioverfügbarkeit von Gonadorelin wird auf ca. 89% geschätzt.
Verteilung
24 Stunden nach intramuskulärer Verabreichung von 100 μg radioaktiv markiertem Gonadorelin (als
Diacetat) wird die grösste Anreicherung von Radioaktivität in den Geweben der
Hauptausscheidungsorgane Leber, Niere und Lunge gemessen.
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