Fachinformation Tierarzneimittel
nikotinartigen Rezeptoren erst in hohen (toxischen) Dosierungen auftritt. Das pharmakologische Profil
ist dem des Hauptvertreters dieser Klasse, Atropin, qualitativ ähnlich (z.B. spasmolytische
Eigenschaften, Steigerung der Herzfrequenz, Hemmung der Speichel- und Tränenflüssigkeit).
Aufgrund seiner quaternären Ammoniumstruktur kann Scopolamin Butylbromid die Blut-Hirn-
Schranke nicht überwinden, wodurch die bekannten zentralnervösen Wirkungen von Atropin nicht
auftreten.
Im Magen-Darm-Trakt und in den harn- und galleableitenden Organen hemmt Scopolamin die
Kontraktion der glatten Muskulatur.
Metamizol-Natrium
Metamizol-Natrium zeigt antiinflammatorische, analgetische und antipyretische Effekte.
Wissenschaftliche Daten lassen vermuten, dass der Wirkungsmechanismus von Metamizol-Natrium
wie bei anderen NSAIDs mit einer Hemmung der Prostaglandinsynthese assoziiert ist. Es hat eine
signifikante zentral analgetische und antipyretische, aber nur eine geringe entzündungshemmende
Wirkung.
Ferner antagonisiert Metamizol-Natrium auch Effekte von Bradykinin und Histamin. Es sind
spasmolytische Wirkungen an glattmuskulären Organen beschrieben worden.
5.2
Angaben zur Pharmakokinetik
Butylscopolaminiumbromid
Die quaternäre Ammoniumstruktur bedingt eine geringe orale Absorption und verhindert den
Übergang ins ZNS auch nach parenteraler Verabreichung. Die Plasma-Protein-Bindung liegt
zwischen 17 und 24%. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt 2 - 3 Stunden. Scopolamin Butylbromid
wird überwiegend unverändert renal ausgeschieden. Nach parenteraler Verabreichung wird
Scopolamin Butylbromid hauptsächlich über den Urin (ca. 54%) eliminiert. Nach oraler Verabreichung
findet sich lediglich 1% der gegebenen Dosis im Urin.
Bei intravenöser Gabe erfolgt der Wirkungseintritt unmittelbar, bei einer intramuskulären ist er um
20 − 30 Minuten verzögert. Die spasmolytische Wirkung hält, abhängig von Applikationsart und
Krankheitsbild ca. 4 - 6 Stunden an.
Metamizol-Natrium
Metamizol-Natrium wird schnell absorbiert, mit einer absoluten Bioverfügbarkeit von annähernd
100%.
Der Hauptmetabolit von Metamizol-Natrium im Plasma und Urin ist das pharmakologisch aktive
4−Methyl−Aminoantipyrin (MAA). Ebenso, aber in deutlich geringerer Konzentration, werden 4-Acetyl-
Aminoantipyrin (AAA), 4-Formyl-Aminoantipyrin (FAA) und Aminoantipyrin (AA) gefunden. Die
Plasma-Protein-Bindungen der Metaboliten sind wie folgt: MAA: ca. 56%, AA: ca. 40%, FAA: ca. 15%,
AAA: ca. 14%. Die Halbwertszeit von MAA im Plasma beträgt ca. 6 Stunden.
Nach oraler oder intravenöser Verabreichung wird Metamizol-Natrium vor allem renal eliminiert (50 -
70% der Dosis, je nach Spezies), bei laktierenden Tieren auch über die Milch.
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