Fachinformation Tierarzneimittel
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PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
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Pharmakotherapeutische Gruppe: Endektozide, makrozyklische Laktone, Avermectine
ATCvet-Code: QP54AA04
5.1
Pharmakodynamische Eigenschaften
Eprinomectin gehört zur Substanzklasse der makrozyklischen Laktone aus der Gruppe der
Endektozide.
Substanzen dieser Klasse binden selektiv und mit hoher Affinität an Glutamat-abhängige
Chloridionenkanäle, die in Nerven- bzw. Muskelzellen von wirbellosen Tieren vorkommen. Dadurch
wird die Permeabilität der Zellmembran für Chloridionen erhöht. Es kommt zur Hyperpolarisation der
Nerven- bzw. Muskelzellen, die zur Paralyse und zum Tod des Parasiten führt. Vertreter dieser
Substanzklasse können auch mit anderen Liganden-abhängigen Chloridkanälen interagieren,
beispielsweise mit solchen, die auf den Neurotransmitter Gamma-Aminobuttersäure (GABA)
reagieren.
Die allgemein gute Verträglichkeit von Substanzen dieser Klasse ist darauf zurückzuführen, dass
Säugetiere keine Glutamat-abhängigen Chloridkanäle besitzen. Makrozyklische Laktone haben eine
geringe Affinität zu anderen Liganden-abhängigen Chloridkanälen bei Säugetieren und überschreiten
in der Regel nicht die Blut-Hirn-Schranke
5.2
Angaben zur Pharmakokinetik
Die Bioverfügbarkeit von topisch appliziertem Eprinomectin bei Rindern beträgt etwa 30 %, wobei der
grösste Teil der Resorption innerhalb der ersten 10 Tage nach der Applikation stattfindet.
Eprinomectin wird bei Rindern nach topischer Applikation kaum metabolisiert. In allen biologischen
Matrizes ist die B1a-Komponente von Eprinomectin der vorherrschende Rückstand.
Eprinomectin besteht aus den Komponenten B1a (≥ 90%) und B1b (≤ 10%), die sich durch eine
Methylengruppe unterscheiden, und wird bei Rindern nur in geringem Umfang metabolisiert. Die
Metaboliten haben einen Anteil von etwa 10 % an dem Gesamtrückstand in Plasma, Milch, essbarem
Gewebe und Kot. Das Profil der Stoffwechselprodukte ist in den oben genannten Matrizes qualitativ
wie quantitativ nahezu identisch und unterliegt nach der Applikation von Eprinomectin keiner
signifikanten zeitlichen Veränderung. Der prozentuale Anteil von B1a und B1b am Gesamtprofil der
Metaboliten bleibt konstant. Das Verhältnis der beiden Komponenten in den biologischen Matrizes ist
identisch mit dem Verhältnis im Tierarzneimittel, was zeigt, dass die beiden
Eprinomectinkomponenten mit nahezu gleicher Geschwindigkeitskonstante metabolisiert werden. Da
der Metabolismus und die Gewebeverteilung der beiden Komponenten recht ähnlich sind, dürfte auch
die Pharmakokinetik der beiden Komponenten ähnlich sein.
Eprinomectin ist stark an Plasmaproteine gebunden (99%) und wird vorwiegend über den Kot
behandelter Tiere ausgeschieden.
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