Nicht bei Stuten anwenden, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
Das Pferd muss gemäß der nationalen Gesetzgebung zur Identifizierung eingetragener
Equiden im entsprechenden Dokument (Equidenpass) als nichtlebensmittellieferndes Tier
eingetragen sein.
5.
PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
Pharmakotherapeutische Gruppe: Nervensystem, Dopaminagonist
ATCvet-Code: QN04BC02
5.1
Pharmakodynamische Eigenschaften
Pergolid ist ein synthetisch hergestelltes Mutterkornalkaloid-Derivat und ein potenter, lang
wirksamer Dopaminrezeptoragonist. Sowohl in pharmakologischen In-vitro- als auch in In-
vivo-Studien wurde gezeigt, dass Pergolid als selektiver Dopaminagonist wirkt und in
therapeutischen Dosen wenig oder keine Wirkung auf noradrenerge, adrenerge oder
serotoninerge Bahnen hat. Wie andere Dopaminagonisten auch hemmt Pergolid die
Freisetzung von Prolaktin. Die therapeutische Wirkung von Pergolid wird bei Pferden mit
einer Dysfunktion der Pars intermedia der Hypophyse (PPID) durch Stimulation von
Dopaminrezeptoren vermittelt. Daneben ist gezeigt worden, dass Pergolid bei Pferden mit
PPID die Plasmaspiegel von ACTH, MSH und anderer aus dem Proopiomelanocortin
gebildeter Peptide senkt.
5.2
Angaben zur Pharmakokinetik
Orientierende Untersuchungen beim Pferd mit Dosen von 2 bzw. 10 μg Pergolid pro kg
Körpergewicht zeigen, dass Pergolid rasch resorbiert wird und maximale, stark variierende
Plasmakonzentrationen nach ca. einer Stunde erreicht werden.
In einer Studie mit 6 Pferden waren maximale Plasmakonzentrationen (Cmax) nach Gabe
einer Dosis von 10 μg/kg unterschiedlich und mit durchschnittlich etwa 4 ng/ml niedrig. Die
mittlere Eliminationshalbwertszeit (t1/2) betrug etwa 6 h. Die mediane Zeit bis zum Erreichen
der maximalen Plasmakonzentration (tmax) betrug etwa 0.4 h.
In einer anderen Studie mit 4 Pferden waren die Plasmakonzentrationen nach Gabe von 2
μg Pergolid/kg sehr niedrig und variabel mit Höchstwerten zwischen 138 und 551 pg/ml. Die
maximalen Plasmakonzentrationen wurden nach 1.25 ± 0.5 h (tmax) erreicht. Bei den meisten
Pferden war die Plasmakonzentration nur bis 6 h nach Applikation bestimmbar.
Die maximalen Plasmakonzentrationen (Cmax) nach Gabe einer Dosis von 4 µg/kg waren
variabel und mit 0,7 – 2.9 ng/ml niedrig; der Durchschnittswert betrug etwa 1,7 ng/ml, die
mittlere Halbwertszeit (t1/2) etwa 9 h. Die Zeit bis zum Erreichen der maximalen
Plasmakonzentrationen (tmax) betrug im Median etwa 0,6 h, die AUC etwa 4,8 ng x h/ml.