Fachinformation Tierarzneimittel
4.4
Besondere Warnhinweise für jede Zieltierart
Die Entscheidung, eine antiepileptische Behandlung mit Phenobarbital zu beginnen, muss für jeden
Einzelfall unter Berücksichtigung der Anzahl, der Häufigkeit, Dauer und Schwere der Krampfanfälle
gründlich abgewogen werden.
Zu den allgemeinen Empfehlungen für den Therapiebeginn gehören ein einzelner Anfall, der mehr als
einmal alle 4-6 Wochen auftritt, die Cluster-Anfallsaktivität (d.h. mehr als ein Anfall innerhalb von 24h)
oder der Status epilepticus, unabhängig von der Häufigkeit.
Die therapeutischen Phenobarbital-Konzentrationen im Blut sollten überwacht werden, damit die
niedrigste wirksame Dosis angewendet werden kann. Üblicherweise sind bei Hund und Katze
mindestens 15 µg/ml zur Kontrolle von Epilepsie wirksam.
Einige Tiere sind unter der Behandlung frei von epileptischen Anfällen, andere zeigen jedoch nur
einen Rückgang der Anfallshäufigkeit und einige Tiere gelten als Non-Responder.
4.5
Besondere Warnhinweise für die Anwendung
Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Anwendung bei Tieren
Bei stabilisierten Epilepsie-Patienten wird nicht empfohlen, zwischen Phenobarbital-Formulierungen
zu wechseln. Wenn dies jedoch nicht verhindert werden kann, ist zusätzliche Vorsicht geboten. Dies
umfasst eine häufigere Bestimmung des Blutspiegels von Phenobarbital in Plasma oder Serum, um
sicherzustellen, dass die Blutspiegel aufrechterhalten werden. (Im nachfolgenden Text wird nur
Serum zum Nachweis im Blut erwähnt obgleich auch Plasma verwendet werden kann.) Die Tiere
sollten regelmässig hinsichtlich des Auftretens von vermehrten Nebenwirkungen und
Leberfunktionsstörungen überwacht werden, bis eine Stabilisierung bestätigt wird. Das Absetzen der
Behandlung oder die Umstellung von einer anderen antikonvulsiven Therapie sollte ausschleichend
erfolgen, um eine Zunahme der Anfallshäufigkeit zu vermeiden.
Vorsicht ist bei Tieren geboten, deren Nierenfunktion beeinträchtigt ist, die hypovolämisch oder
anämisch sind oder die an einer Funktionsstörung des Herzens oder der Atemwege leiden.
Vor Behandlungsbeginn sollten die Leberwerte kontrolliert werden.
Das Risiko hepatotoxischer Nebenwirkungen kann durch Anwendung der niedrigsten wirksamen
Dosis vermindert oder verzögert werden. Bei einer Langzeittherapie wird die Überwachung der
Leberwerte empfohlen.
Es wird empfohlen, Blutuntersuchungen 2-3 Wochen nach Behandlungsbeginn und danach alle 4-6
Monate durchzuführen (z.B. Bestimmung der Leberenzyme und der Gallensäuren im Serum). Zu
beachten ist, dass die Auswirkungen der Hypoxie nach einem Krampfanfall zu einer Erhöhung der
Leberenzymwerte führen können. Phenobarbital kann die Aktivität der alkalischen Phosphatase und
der Transaminasen im Serum erhöhen. Hierbei kann es sich um nicht-pathologische Veränderungen,
aber auch um Anzeichen für Hepatotoxizität handeln. Daher werden Leberfunktionstests empfohlen.
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