Fachinformation Tierarzneimittel
wurden, gut vertragen. Für Überdosierungen bei erwachsenen Katzen wurden bisher keine Daten
vorgelegt.
4.11
Wartezeit(en)
Nicht zutreffend.
5.
PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiemetika.
ATCvet-Code: QA04AD90
5.1
Pharmakodynamische Eigenschaften
Erbrechen ist ein komplexer Vorgang, der vom Brechzentrum im Gehirn zentral gesteuert wird. Das
Brechzentrum besteht aus mehreren Nuclei im Hirnstamm (Area postrema, Nucleus tractus solitarii,
dorsaler Vaguskern), die sensorische Reize aus zentralen und peripheren Quellen sowie chemische
Signale aus dem Blut empfangen und verarbeiten.
Maropitant ist ein potenter und selektiver Neurokinin-1- (NK1) Rezeptorantagonist. Es wirkt, indem es
im zentralen Nervensystem die Bindung von Substanz P hemmt. Substanz P gehört zu der als
Tachykinine bezeichneten Familie von Neuropeptiden und ist eine wichtige Überträgersubstanz
sowohl im Gastrointestinaltrakt als auch in den Nuclei des Brechzentrums. Indem Maropitant nun die
Bindung von Substanz P blockiert, wirkt es gegen neurale und humorale Ursachen des Erbrechens.
Verschiedene in-vitro-Untersuchungen haben gezeigt, dass Maropitant selektiv an den NK1-Rezeptor
bindet und in dosisabhängigem Ausmass als funktioneller Antagonist der Substanz P wirkt. In-vivo-
Studien am Hund belegen die antiemetische Wirksamkeit von Maropitant gegenüber zentral und
peripher wirkenden Emetika wie Apomorphin, Cisplatin oder Ipecacuanha-Sirup. Bei Katzen wurde
die Wirksamkeit von Maropitant zur Linderung von Übelkeit in Studien mittels Gebrauch eines Modells
(Xylazin-induzierte Übelkeit) belegt.
5.2
Angaben zur Pharmakokinetik
Hunde:
Das pharmakokinetische Profil von Maropitant nach Verabreichung einer einmaligen subkutanen
Dosis von 1 mg/kg Körpergewicht an Hunde ist durch eine Plasma-Höchstkonzentration (Cmax) von
rund 92 ng/ml gekennzeichnet, die binnen 0.75 Stunden nach Verabreichung erreicht wurde (Tmax).
Auf die Spitzenkonzentration folgte eine Abnahme der systemischen Exposition mit einer scheinbaren
Eliminationshalbwertszeit (t½) von 8.84 Stunden. Nach einer intravenösen Einzeldosis von 1 mg/kg
betrug die initiale Plasmakonzentration 363 ng/ml. Das Verteilungsvolumen im Gleichgewichtszustand
(VSS - Volume of Distribution at Steady-State) betrug 9.3 l/kg und die systemische Clearance betrug
1.5 l/h/kg. Die Eliminationshalbwertszeit nach intravenöser Verabreichung betrug ca. 5.8 h.
Im Rahmen klinischer Studien erreichte die Maropitant-Konzentration im Plasma eine Stunde nach
Verabreichung ein wirksames Niveau.
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